Vereinsgeschichte

Entstehen und Geschehen
Den alten Kameraden zum Gedenken und zur Erinnerung, den jungen zu neuem Ansporn.
War es an einem herrlichen Sonntag im Sommer des Jahres 1930 oder im Winter, daß einer den Entschluß faßte, seine Freude an den Bergen mit Anderen zu teilen; es wird sich heute wohl schwer feststellen lassen. Tatsache ist jedenfalls, daß der gefaßte Entschluß seine Verwirklichung fand. Dies geschah im Jahre 1931.
Es bildete sich bald eine kleine Gemeinschaft, welche sich zur Aufgabe machte, mit anderen Leuten die Bergwelt kennen zu lernen und nicht zuletzt die Wunder und Schönheiten der Natur zu bestaunen. Wie es so üblich ist, mußte man wohl oder übel, um der Sache einen gewissen Anreiz zu geben, für diese Gemeinschaft einen Namen suchen.
Als Bergsportverein Edelweiß wurde diese Gemeinschaft aus der Taufe gehoben. Dies war wo hl ein Name unter Tausenden und er sagte viel und sagte aber auch nichts. Fürs erste bringt er den Verdacht auf, da müssten sich aber gute Bergsteiger zusammengefunden haben und fürs zweite herrscht der. Gedanke vor, es ist halt auch ein Verein von den vielen die es von dieser Art gibt.
Nein, wir waren eine kleine Gemeinschaft, keine großen Bergsteiger oder Skifahrer zählten sich zu unseren Kameraden. Aber eines hatten wir und alle Kameraden mit uns, einen Willen und der war eisern. Hatten wir uns schon einmal den Bergen verschworen, so wollten wir auch zu ihnen halten und ebenso waren wir gewillt unseren gefassten Entschluß und unsere Idee zu verbreiten mag kommen was da wolle.
Da war es für den Anfang die Kameradschaft, welche uns zusammen hielt und uns teilen half in Freud und Leid. Wir sahen und hatten Kameraden unter uns, sie kamen einmal, vielleicht auch ein zweites mal oder gar noch ein drittesmal und auf einmal da waren sie wieder verschwunden. Trotz ihres Versprechens, mit uns in die Berge zu fahren und die Schönheiten der Natur zu suchen und zu bewundern, sind sie uns wieder untreu geworden, Wir verschmerzten sie; als sie jedoch mehr wurden, fragten wir uns, woran wohl die Schuld liege, das der eine oder andere wieder ausblieb. Und dafür hatten wir unsere Gründe und Mängel darin gesehen, das der eine nicht den persönlichen Anschluss an eine Kameradin fand oder wir den anderen keine eigene Hütte bieten konnten und wieder ein anderer sagte sich vielleicht, was soll ich hier, ich will im Klettern oder Skifahren etwas lernen, aber es fehlen die Kräfte, hier sitzen ja auch nur Anfänger. Kurzum nichts als Gegensätze aber keine Ideale waren vorhanden.
Vieles mag auch damals an der Vereinsführung gelegen haben, denn sie war in sich unschlüssig. Doch aller Anfang ist schwer und so war es auch der unsere.
Hatten wir geglaubt mit dem Kopf.durch die Wand gehen zu können, so mussten wir aber schön langsam einsehen, das wir erst lernen, lernen und nochmals lernen mussten. So haben wir begonnen, ohne Lehrer oder Einpauker, nur immer Vorbilder vor uns.
Da waren es einige junge Kameraden, die den Entschluss fassten in das tiefe Geheimnis des Skiläufers einzudringen. Eine andere Gruppe verschwor sich dem Fels, aber alle waren wir uns der Nächste, denn wieder war es die Kameradschaft, die sich Mittel suchte, mehr für die Berge zu begeistern und unseren Bergsportverein Edelweiß aus einem Nichts in die Höhe zu heben. Monatelanges stilles Schaffen; mit einigen Groschen in der Tasche und viel Müdigkeit in den Gliedern ging es so dahin. Die Vereinskasse war damals nicht in der Lage, uns Fahrtkostenzuschüsse zu gewähren oder uns Lebensmittel für unsere Berg- und Skifahrten zu besorgen. So musste jeder für sich selber sorgen und ging es einmal nicht, so halfen wir uns eben gegenseitig aus.
Die Gründung einer Jugendgruppe stand nach langen Erwägungen 1934 bevor. Viele Kleinarbeit war hierbei wiederum zu leisten. Besonderen Anteil daran hatte der damalige Vereinsführer Sepp Aschauer und ein Kamerad, dem es leider nicht mehr vergönnt war, uns seine ganze Kraft für längere Zeit zu schenken, Hans Kobler.
Er war ein echter Bergsportler, der mit Leib und Seele den Bergen verschrieben war. Seiner und vieler anderer Kameraden Mitarbeit, war es damals zu verdanken, das eine Jugendgruppe zustande kam, die sich Überall da sehen lassen konnte, wo es galt etwas zu leisten.
Der Verein konnte zur damaligen Zeit, nach seiner ersten innerlichen Wandlung, auf raschen und großen Zustrom neuer Mitglieder blicken. Neue Aufgaben traten an uns heran. Vor allem muss gesagt werden, das hier wieder die Jugendgruppe an erster Stelle war. Zu danken war es den einzelnen guten Führern, die bei der Neugestaltung der Führerschaft sich immer und immer wieder behaupten konnten. War die Jugend schon der Hauptbestandteil des damaligen Vereines, so wusste sie auch ihren Pflichten nachzukommen. Durch theoretische Schulung an den Donnerstagabenden und eisernem Fleiß und Willen am darauf folgenden Sonntag ist es gelungen, uns einem Namen in der kleinen Bergsteigerwelt zu verschaffen, der auch gebührend anerkannt wurde. Hier wiederum war es ein altbewährter Kamerad, der uns seine reichen Erfahrungen schenkte.
Auch seinen Namen können wir nicht vergessen, da er uns viele, schöne und frohe Stunden verschaffte. Xaver Binder war es, der uns die nötigen Ratschläge mitgab. Nach wochenlangen Übungen im Baierbrunner Klettergarten haben wir den großen Schritt gewagt und sind in die uns nahe gelegenen Berge zum, Klettern gefahren. Ruchenköpfe, Plankenstein, Roß- und Buchstein und die Benediktenwand waren die Anfänge. Naturgemäß hatten wir uns vorerst die leichteren Routen ausgesucht. Doch bald waren einige von uns soweit, daß sie es wagen konnten an diesen Bergen auch die schweren Routen zu begehen. So waren es zwei Seilschaften unseres Vereins, die es sich zur Aufgabe machten, die Plankensteinnadel zu durchklettern.
Unter schwierigsten Verhältnissen und vielen geopferten Sonntagen ist es ihnen, beziehungsweise einer der Seilschaft gelungen die Nadel zu durchklettern. Und wiederum zeigte sich die Kameradschaft der Bergsteiger. nicht wichtig waren die persönlichen Namen der glücklichen Bezwinger, sondern nur ein Name war es und er hieß „Bergsportverein Edelweiß“.
So zogen wir nun hinaus in die größere Bergwelt. Bald waren, es auch der Wetterstein, die Chiemgauer Berge, das Karwendel, die Ammergauer und das Kaisergebirge wo wir Fuß fassten. Schön und herrlich war es für uns, so in Gottes freier Natur zu wandern und alles zu schauen und zu genießen.
Doch nun war es an der Zeit für einen Verein mit 80 Mitgliedern endlich einen Sitz, eine Hütte zu schaffen. Im Jahre 1937 wurde diese Frage gelöst. War es auch nicht in einem so idealen Skigebiet, wie Lenggries oder Bayrischzell, so waren wir doch alle miteinander froh und dankbar, daß wir die, heute noch in unseren Händen befindliche Dalsenalm in Aschau erhielten.
Wohl war sie damals nicht in dem Zustand wie wir sie heute vorzufinden gewohnt sind. Der jetzige Schlafraum war damals noch Heuboden. In Gemeinschaftsarbeit wurden Fenster ausgehauen und der Schlafraum ausgeschalt. Geschirr wurde durch freiwillige Geldspenden beschafft und wir konnten somit in ganz kurzer Zeit eine einfache und schlicht eingerichtete Almhütte den Winter über unser eigen nennen. Die Hütte konnte Dank des Fleißes der vielen ungenannten freiwilligen Helfer noch im gleichen Winter ihrer Bestimmung übergeben werden.
Bald aber mussten wir feststellen, dass wir mit unseren Skifahrkenntnissen diesem Gelände nicht gewachsen waren. Wiederum verlangte es von und einen eisernen Willen auch diese Schwierigkeit zu überbrücken. Sie musste und wurde es auch, denn der erste offizielle Vereins Abfahrtslauf vom Weitlahner zur Dalsenalm hatte es bewiesen. Es wurden damals Zeiten gefahren, die beachtlich waren; sie wurden nicht nur gehalten, sondern auch in kurzer Zeit noch verbessert. Joseph Anetsberger, der uns durch einen tödlichen Unfall bei den Gebirgsjägern jäh entrissen wurde und nach dessen Namen wir heute noch einen von unserem Mitglied Julius Helmbrecht gestifteten Gedächtnis-Wanderpreis ausfahren, war seinerzeit der Matador des Weitlahner. Er war unser Vorbild und er war es, der uns immer und immer wieder mitriß, uns aneiferte nicht müde zu werden und das Letzte herzugeben.
Wir wollten aber nicht nur innerhalb unseres Vereins Abfahrtsläufe fahren, sondern auch unser Können mit anderen Vereinen vergleichen. Tatsächlich ist es uns auch gelungen mit einem Verein in engere Verbindung zu treten und uns mit ihm im friedlichen Wettstreit zu messen. Mit großem Bangen ging es an den Start. Ein Abfahrtslauf zwischen der Bergsteigervereinigung Harmonie und dem Bergsportverein Edelweiß wurde ausgetragen. Das stolze Ergebnis war, dass wir als junger Verein den Sieg an unsere Fahne heften konnten. Hart und zäh war der Kampf, aber eben diese Zähigkeit hatten wir schon vom Aufbau unseres Vereins in uns und sie half uns siegen. So war der erste Skiwinter des Vereines ein voller Erfolg für uns und zugleich der schönste Lohn für alle beteiligten Kameraden.
Der darauffolgende Sommer ließ uns merken, was von einem Bergsteiger verlangt wird. Die Berge, sie geben uns ihre Pracht und Schönheit zu schauen und sie stärken uns in sportlicher Hinsicht, aber ebenso verschwenderisch wie sie im geben sind, so fordern sie auch. „Kletterer gibt acht, der Berg fordert seine Opfer“ und dies sollten auch wir bald erfahren» Unser Kamerad Georg Baumgartner musste bei der Durchkletterung der Zwölferkante am Waxenstein sein junges Leben lassen. Er war ein begeisterter, sich mit großen Zukunftsplänen tragender Bergsteiger. Nur allzu früh ereilte ihn das Geschick. Voll tiefer Trauer stand der Verein an der Bahre seines ersten, in den Bergen tödlich ver-unglückten Kameraden.
Immer enger schlossen wir uns zusammen und nichts konnte unsere Entschlüsse ins Wanken bringen. Bald durften wir wieder eine stolze Nachricht aufnehmen. 1938 war es zwei unserer jungen Kameraden, durch die Hilfe des Vereinsführers Sepp Aschauer möglich, einen Skilehrerausbildung mitmachen zu können. Es ist ihnen auch geglückt, denselben mit vollem Erfolg zu bestehen und somit dem Verein als amtliche Skilehrer eine große Stütze zu sein.
Nun gingen wir daran innerhalb des Vereins eine Organisation zu schaffen, die alles bisher Dagewesene übertreffen sollte. Es war wiederum unser Kamerad. Binder, der die theoretische Ausbildung übernahm und nach kurzer Zeit dem Verein fünf Tourenführer zur Verfügung stellen konnte. Somit war die erste feste Grundlage geschaffen den Sport in unserem Reihen zu festigen und es den noch fernstehenden Kameraden klarzulegen, was es heißt im Winter oder Sommer in die Berge zu fahren und alle Naturschönheiten um sich versammelt zu sehen und vor allem sie zu verstehen. Eine fabelhafte Methode, welche wir einführten, sollte sich bald als sehr wertvoll erweisen. War es für den Tourenführer Pflicht, so war es von allen Mitgliedern der Stolz an einem Vereinsabend einen Bericht über die stattgefundenen Touren vorzutragen. Somit wurde es auch möglich den anderen Kameraden all das Schöne, das wir Samstag und Sonntag erlebten, wenn auch nicht persönlich, so doch im Geiste miterleben zu lassen. Dieser Art des Berichtens wurde bald so starkes Interesse entgegengebracht, dass sich unsere Mitglieder nicht mehr damit begnügten eigene Touren- oder Urlaubsberichte zu hören, sondern sie äußerten den Wunsch weiter und tiefer in die Geheimnisse der Bergwelt einzudringen. Die Vereinsführung sah sich daher gezwungen dieses Problem anzupacken und eine Lösung zu suchen. Sie wurde gefunden, Wir. traten mit anderen Bergsportvereinen in nähere Verbindung um uns mit Material zu versorgen.
Da war es vor allem die Bergsteigervereinigung Harmonie, die uns in dankeswerter Weise zu Hilfe kam. Interessante Lichtbildervorträge des bekannten Felsgehers Herrn Steinauer lösten für die erste Zeit die Spannung, Bald wuchs die Zahl dieser Vorträge. Eine begeisterte Zuhörerschaft, die beständig anwuchs, war der schönste Lohn für den Vortragenden.
In der Folge der Zeit hatten wir einen sehr starken Zustrom von neuen Mitgliedern, Doch noch einmal wurde eine Bewährungsprobe von unserer Starke und inneren Kraft gefordert. Bestanden, wir diese Prüfung, so hatten wir eine Daseinsberechtigung, wenn nicht so sollten wir eingehen in einen anderen Verein und all das Erkämpfte wäre für uns verloren gewesen. Hier bewies sich aufs neue unser Lebenswille. Alle erdenklichen Wege wurden beschritten und jedes Mittel versucht. Schließlich entschlossen wir uns, den Verein an die Bergwacht anzugliedern und ihn damit als solchen zu erhalten.
Denn einer Verfügung des Jahres 1939 gemäß mussten alle nicht mindestens hundert Mitglieder zählenden Vereine aufgelöst oder an grössere angeschlossen werden. Noch einmal hieß es für die Führung eine Tat zu leisten, die gewaltig und einmalig in unserem Vereinsgeschehen dasteht. Sollte es uns gelingen uns unter all den großen Sektionen im Deutschen Alpenverein zu behaupten? Wir wagten es und haben trotz aller Schwierigkeiten und schlechten Voraussagen das Problem gemeistert. Denn gerade sie waren es, die unseren Stolz aufrüttelten und unsere Kampfkraft stärkten.
Der Anschluss an den Deutschen Alpenverein bedingte auch eine Änderung des Vereinsnamens, da ein Zweig Edelweiß im Alpenverein bereits bestand. Nachdem durch den Besitz der Dalsenalm das Arbeits- und Tätigkeitsfeld sich in das Kampenwandgebiet verlegte, wurde der Verein umbenannt in:
Deutscher Alpenverein
Zweig K a m p e n w a n d
München.
Das Bewusstsein, nunmehr dem großen Alpenverein anzugehören, brachte neue Verpflichtungen, erhöhten Auftrieb und Belebung in den Verein. Die Protokollbücher wiesen guten Vereinsbesuch, rege Tätigkeit sowohl an den Vereinsabenden, wie auch in sportlicher Hinsicht auf, bis im Herbst 1939 der Krieg ausbrach und damit dem Verein ein großer Teil seiner Mitglieder weggenommen wurde.
Darunter auch diejenigen, denen die Führung des Vereines anvertraut war und zwar Zweigführer Urban und dessen Stellvertreter Aschauer, sowie Schatzmeister Radlbeck jun. Während einer kurzen Zeit stellten sich anerkennenderweise unsere Ehrenmitglieder Familie Radlbeck sen. zur Geschäftsführung zur Verfügung.
Als durch die Kriegsereignisse das Vereinsleben immer mehr zu stocken begann, sprangen zwei erst neu eingetretene Mitglieder ein und zwar Hans Vitzthum als Zweigführer und Martin Deubzer als Geschäftsführer. Es galt die damals unerwartet auftretenden Schwierigkeiten zu beseitigen und tatsächlich gelang es innerhalb kurzer Zeit die Mitglieder, die zum Teil ausgeblieben waren, wieder zu sammeln. Freilich wurden einige einschneidende Maßnahmen getroffen, vor allem wurde die Zahl der Ausschußmitglieder auf ein allernotwendigstes Maß reduziert.
Die bestehenden Ausschußmitglieder wurden zu straffster Arbeit verpflichtet, es wurden belehrende und unterhaltende Programme aufgestellt und auch durchgeführt. Alle Projekte, die nicht in die Zeit oder in den Rahmen des Vereines paßten wurden fallen lassen. Nur das nüchterne, sinnvolle Planen der Vereinsleitung hat es vermocht, daß trotz der kriegsbedingten Schwierigkeiten das Vereinsleben seinen Lauf weiternahm.
Das Vereinslokal Baaderstraße 20 wurde zu klein und wir zogen in das wesentlich günstigere Lokal im Hotel Torbräu ein, Die Vereinsabende wurden dank der guten Programmführung sehr rege besucht. Es wurden Lichtbildervorträge, bunte Abende, Werbeabende geboten und damit Einnahmequellen geschaffen. Unser Geschäftsführer Martin Deubzer hat sich ein einmaliges Verdienst dadurch erworben, dass er es verstanden hat, damals die innere Struktur des Vereines grundlegend zu ändern und den bis dahin mit keinerlei Glücksgütern gesegneter Verein in günstige finanzielle Verhältnisse gebracht zu haben.
Dem weißen Sport wurde gehuldigt, wo es nur immer möglich war. Die kleine Dalsenalm reichte bald nicht mehr «aus, so das noch im Winter 1939/40 die Steinlingalm auf der Kampenwand gepachtet werden mußte. Mit der Bergsteigervereinigung Harmonie wurde ein zweiter Abfahrtslauf abgehalten in welchem wir abermals als Sieger hervorgingen. Innerhalb des Vereins hielten wir jährlich unsere Abfahrtsläufe, bei welchen sich unsere Kameraden Hans Hofmann und Hans Vitzthum an die Spitze stellten.
Durch Einführung des Ruhetages der Gastwirte wurde abermaliger Lokalwechsel nötig und wir fanden ein neues Vereinslokal in der Gaststätte Hubertus, das wir bis zum heutigen Tag innehaben. Der Verein wuchs zahlenmäßig weiter, obgleich eine große Zahl von Mitgliedern zum Heere einberufen wurden.
Zu jener Zeit wurde auch unser früherer Zweigführer Sepp Aschauer wieder vom Heeresdienst entlassen und stellte sich sofort wieder als Vereinsführer, für den inzwischen zu den Fahnen gerufenem Kameraden Vitzthum, zur Verfügung. Nach wie vor galt der Belebung des Vereinslebens die, erste Sorge der Zweigleitung und besonders wurde der Verkehr mit den Frontkameraden gepflegt, von denen wir die Nachfolgenden opfern mussten:
R a d l b e c k Reinhard
W i e d o r f e r Karl
K o b l e r Hann
B ü c h n e r Karl
H i l g e r t s e de r Franz
D ö r f l e r Hermann
M a r k Adolf
Durch den Tod verloren wir ferner unser liebes treues Mitglied
E i c h e n m ü l l e r Annemarie
in Heppenheim,
E h r e i h r e m A n g e d e n k e n !
Durch gesunde, vernünftige Führung des Vereines, durch sinnvolle Programmgestaltung und straffe Führung des Vereinslebens hat auch während der schweren Kriegszeit die Zweigleitung sich bemüht, den Vereinsmitgliedern gesellige Abende, ausgefüllt mit Unterhaltung und Belehrung und bergsteigerischem Wissen zu bieten. Unsere beiden Hütten, die Dalsenalm, unsere Traditionsalm und die Krottenalm, die im schönsten Skigebiet des Brauneck liegt, bieten unseren Mitgliedern Unterkunft und Heimat in den Bergen und Stützpunkt zur Ausübung des Skisportes, der auch während des Krieges, wenngleich in beschränktem Umfange aufrechterhalten wird.
Mit berechtigtem Stolz dürfen wir heute aussprechen, daß wir trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse das Werk derer, die jetzt an unseren Fronten die Heimat verteidigen, verwaltet haben und in ihrem Geiste fortführen v/erden, um es ihnen dereinst nach ihrer Wiederkehr zurückzugehen.
Die damalige Anschrift:
Deutscher Alpenverein Zweig Kampenwand München
München 25 Schäftlarnstr, 170/1II Tel. 72369